Illustration zur Kategorie Verteidigung
Deutschland · Bund (Bundeswehr, Wehrverwaltung, Rüstungsbeschaffung) · COFOG 02

Verteidigung & Sicherheit

Der Bereich Verteidigung & Sicherheit umfasst die Streitkräfte und die Wehrverwaltung des Bundes: Auftrag, Personal, Ausrüstung und Infrastruktur der Bundeswehr, den Wehrdienst und die Reserve sowie die Einsätze und Bündnisverpflichtungen in NATO und Europäischer Union. Dazu zählen auch der Verteidigungshaushalt, die Rüstungsbeschaffung und die rüstungsindustrielle Basis.

Ausgangslage

Verteidigung ist ausschließlich Sache des Bundes: Das Verteidigungsministerium führt die Bundeswehr, der Bundestag entscheidet über Einsätze und billigt jedes Rüstungsvorhaben über 25 Mio €. Den Rahmen setzt die NATO, die im Juni 2025 in Den Haag beschloss, dass die Mitglieder bis 2035 jährlich mindestens 3,5 % des Bruttoinlandsprodukts für Kernverteidigung und bis zu 1,5 % für Infrastruktur und Resilienz aufwenden. Finanziell ist die Wende vollzogen. Für 2026 sind 108,2 Mrd € veranschlagt — 82,69 Mrd € im Einzelplan 14 und 25,51 Mrd € aus dem Sondervermögen Bundeswehr —, gemessen am Bruttoinlandsprodukt 2024 eine Quote von 2,5 %; auf die militärische Beschaffung entfallen 47,88 Mrd € gegenüber 32,3 Mrd € im Jahr 2025. Personell ist die Wende nicht vollzogen: Ende Mai 2026 dienten 185.608 Soldatinnen und Soldaten, rund 3.600 mehr als ein Jahr zuvor. Das seit dem 1. Januar 2026 geltende Wehrdienst-Modernisierungsgesetz schreibt einen Aufwuchs auf bis zu 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und mindestens 200.000 Reservisten bis 2035 fest; beim Zuwachs des vergangenen Jahres wäre die aktive Zielstärke erst in den 2040er-Jahren erreicht. Der Wehrbeauftragte Henning Otte nennt die fehlenden rund 80.000 aktiven Soldaten die zentrale Herausforderung und äußert Skepsis, ob Freiwilligkeit dorthin führt. Die Bewerbungen steigen — bis Ende Februar 2026 rund 16.100, ein Fünftel mehr als im Vorjahr —, zugleich gingen 2025 3.867 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ein und im ersten Quartal 2026 bereits 2.656. Ohne neue Maßnahmen wächst die Truppe weiter langsam, während Beschaffung und Infrastruktur mit Verzögerung nachziehen.

Zahlen & Fakten
108,2 Mrd €
Verteidigungsausgaben 2026 (Etat und Sondervermögen)
↗ steigend, +21,7 Mrd € gegenüber 2025
2,5 %
Verteidigungsausgaben in % des Bruttoinlandsprodukts
↗ steigend, Höchststand seit Ende des Kalten Krieges
47,88 Mrd €
Militärische Beschaffung 2026
↗ steigend, 2025: 32,3 Mrd €
185.608
Aktive Soldatinnen und Soldaten
↗ steigend, rund 3.600 mehr als im Vorjahr
260.000
Zielstärke aktive Soldatinnen und Soldaten bis 2035
→ gesetzlich festgeschrieben, dazu 200.000 Reservisten
12.744
Mannschaften im Neuen Wehrdienst
↗ steigend, 8.522 Freiwillig Wehrdienstleistende und 4.222 kurzdienende Zeitsoldaten
3.867
Anträge auf Kriegsdienstverweigerung
↗ steigend, 2024: 2.998; 1. Quartal 2026 bereits 2.656
3.131
Minderjährige unter den Neueinstellungen
↗ steigend, 12,5 % aller neuen Soldatinnen und Soldaten; 2024: 2.203

Übersicht

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