Über uns

Zwei Brüder, eine Frage

Seit wir uns für Politik interessieren, diskutieren wir dieselbe Sache: Warum werden gute Vorhaben nicht umgesetzt? Warum werden sie schlecht umgesetzt? Und warum setzen sich schlechte Vorschläge durch — nur weil sie eine Mehrheit finden?


Das ist kein Randproblem. Es ist das, was viele Menschen sehen — und ihre Frustration ist zu einem guten Teil berechtigt: Sie richtet sich auf reale Probleme und Ungerechtigkeiten, mit denen sich die Politik oft schwertut, Lösungen zu finden. Was dabei selten weiterhilft, sind die Antworten, nach denen dieser Frust am ehesten greift. Bewegungen, die einfache Lösungen versprechen oder das Problem einzelnen Gruppen zuschreiben, liefern selten, was nötig wäre, um Probleme dauerhaft zu lösen. Bessere Politik entsteht nicht aus einfachen Antworten, sondern aus besseren Entscheidungen.

Und es ist kein Problem nur der einen Seite. Das gezielte Ansprechen schneller, intuitiver Reize — Ethos, Pathos, Identität statt der Sache — sehen wir quer durch das politische Spektrum, auch bei denen, die für sich beanspruchen, es besser zu machen. Die Verantwortung ist ungleich verteilt, aber sie liegt nicht bei einem Lager allein. Eine Lösung beginnt deshalb damit, das als gemeinsames Problem anzuerkennen — nicht als Waffe gegen die andere Seite. Denn Vertrauen wächst nicht aus Empörung, sondern aus Transparenz und aus Veränderungen, die die Menschen tatsächlich spüren.

Wir haben lange nach einem Ansatz gesucht und viele wieder verworfen. Mit Argupedia glauben wir, zumindest einen Baustein gefunden zu haben. Warum gerade wir? Weil das Problem an einer Schnittstelle liegt — und wir von zwei Seiten darauf schauen.

Die Gründer

Raumfahrttechnik · Human Factors

Julian Ohm

Studierte Luft- und Raumfahrttechnik, dann Human Factors Engineering — die Disziplin, die untersucht, wie Menschen unter realen Bedingungen entscheiden und wo sie dabei systematisch scheitern. Dazu jahrelang Wettbewerbsdebattieren: als Präsident der Berlin Debating Union und bis in die Endrunden der deutschen Meisterschaft.

Kognitionswissenschaft · Informatik

Paul Ohm

Studierte Kognitionswissenschaft, dann Informatik und Sport auf Lehramt. Gründete ein Start-up, das Lerninhalte über Gamification und digitale Werkzeuge in die Klassenräume bringen wollte — also die Frage, wie man Wissen so aufbereitet, dass Menschen es tatsächlich aufnehmen.

Was uns verbindet, ist diese Schnittstelle. Argupedia und der zugrunde liegende Global Debate Evaluation Standard (GDES) sind unser Versuch, Fragen zusammenzudenken, die einzeln längst beantwortet sind, in Kombination aber selten: Wie denkt der Mensch? Wie muss Information aufbereitet sein, damit er sie verarbeiten kann? Wie strukturiert man eine Debatte so, dass sie kognitiv nicht überfordert — und trotzdem transparent, überprüfbar und vergleichbar bleibt? Woraus diese Deutung folgt, haben wir in den demokratischen Imperativ ausführlicher gefasst.

Schnittstelle: wie GDES Werte, Wirkung und Plausibilität verbindetSchnittstelle · Engineering × UXJulianPaulHuman FactorsEngineeringDebattierenKognitionswissenschaftInformatikEducationArgupedia· GDES ·AwarenessMentalModelsLegitimitätDatenbankScoringTransparenzDebattenMental LoadPlausibilität
Zwei Disziplinen, eine Schnittstelle — Engineering × UX, zusammengeführt in GDES.

Das ist im Kern eine Engineering- und UX-Frage: das Abwägen aus dem Kopf aufs Papier zu holen, wo es nachvollziehbar wird. Nicht, weil es den Menschen an Verstand fehlt, sondern weil niemand diese Abwägung allein im Kopf leisten kann. Auch wir nicht.