Dauerhafte Bremswirkung für Neuvertragsmieten
Ohne Entfristung endet die Mietpreisbremse Ende 2029; mit ihr bleibt der Deckel für Neuverträge dauerhaft bestehen. Rund zwei Millionen Haushalte würden im Schnitt um wenige hundert Euro pro Jahr entlastet. Dass die Bremse dort dämpft, wo sie durchgesetzt wird, ist mehrfach gemessen — nur wird sie vielerorts nicht durchgesetzt: In Berlin verstößt fast jede zweite Angebotsmiete folgenlos gegen die Regel.
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Wert
Die Entlastung kommt Mieterhaushalten in Großstädten und Ballungsräumen zugute, die eine neue Wohnung beziehen — darunter überdurchschnittlich viele junge Haushalte und Haushalte mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Mieterhaushalte wandten 2022 im Schnitt 27,8 % ihres Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete auf, bei jüngeren Verträgen 29,5 % [17]. Auf der anderen Seite stehen Vermieter, die auf einen Teil möglicher Mieteinnahmen verzichten; gut die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland ist vermietet, ein großer Teil davon gehört privaten Kleinvermietern [13]. Es geht also um eine verteilungsgewichtete Verschiebung von Wohnkosten, nicht um Gesundheit oder Existenzsicherung im engeren Sinn. Ein Euro weniger Miete wiegt für einen einziehenden Haushalt mit knappem Budget schwerer als der entgangene Euro beim Vermieter — allerdings ist die Bremse nicht bedarfsgeprüft: Sie greift dort, wo der Deckel bindet, und entlastet auch Haushalte in nachgefragten Lagen, die sie nicht bräuchten, was den verteilungsgewichteten Gewinn mindert. Der Wert ist mittel (Numéraire-Anker): verschobenes, verteilungsgewichtetes Wohngeld, dessen Gewicht aus der angespannten Lage der Mieterhaushalte kommt, aber durch die schwache Zielgenauigkeit gedämpft wird.
Impact
Ohne Entfristung endet die Mietpreisbremse nach geltendem Recht am 31. Dezember 2029 [1]. Liefe sie aus, dürften Wiedervermietungsmieten in den 752 Gemeinden mit angespanntem Markt ab 2030 wieder frei vereinbart werden; dort leben 30,9 Millionen Menschen, 37 % der Bevölkerung [3]. Mit Entfristung bliebe der Deckel für alle Neuverträge bestehen. Wo die Bremse durchgesetzt wird, liegen Neuvertragsmieten Auswertungen zufolge um 2 bis 4 % niedriger, als sie ohne die Regel lägen — einmalig, nicht mit jedem Jahr wachsend [4][5]; dort, wo der Deckel gilt, steigen die Mieten also nachweislich langsamer als in vergleichbaren Gebieten ohne ihn. Real greift sie jedoch lückenhaft: Der Mietenmonitor 2025 findet in Berlin 45,7 % der inserierten Bestandsmieten oberhalb des Zulässigen, ohne dass daraus Folgen entstehen [8]; die Entfristung verstärkt die Durchsetzung nicht. Über die Jahre 2030 bis 2036 wären im Durchschnitt rund 2 Millionen Haushalte begünstigt [3][13][14], zusammen um grob 0,35 Mrd. € Miete pro Jahr (Spanne: 0,1 bis 0,9 Mrd. €); neuer Wohnraum entsteht dadurch nicht. Der Impact ist moderat: Viele Haushalte sind betroffen, aber die Entlastung pro Haushalt bleibt bei wenigen hundert Euro im Jahr, beginnt erst ab 2030 und wird durch die schwache Durchsetzung im Alltag kleiner, als die Studienwerte nahelegen.
Plausibilität
Verglichen werden zwei Welten: In der einen läuft die Bremse zum 31. Dezember 2029 aus, wie es das Gesetz heute vorsieht [1]; in der anderen gilt sie weiter. Die Frage der Plausibilität ist deshalb allein, ob der Deckel dämpft, wenn er gilt — nicht, ob der Bundestag ihn beschließt. Und das ist gut belegt: Auswertungen von Millionen Mietinseraten zeigen Rückgänge in der Größenordnung von 2 bis 4 % in Gemeinden, in denen die Mieten zuvor kräftig gestiegen waren [4]. Spätere Arbeiten zu Deutschland bestätigen das mit anderen Daten und anderem Design [5], und international zeigt die Forschung dasselbe Muster: Wer unter den Deckel fällt, wohnt günstiger [9]. Offen bleibt die Stärke, nicht die Richtung: Je nach Gemeinde liegt die Dämpfung zwischen 1 und 4 %, und sie tritt einmalig ein. Ein Rest an Unsicherheit bleibt, weil die Messungen aus den Jahren 2015 bis 2018 stammen und auf die 2030er Jahre übertragen werden. Die Plausibilität ist hoch: Dass die Bremse Neuvertragsmieten dämpft, wenn sie gilt, zeigen mehrere unabhängige Studien — unsicher ist nur, wie stark, und die schwache Durchsetzung entscheidet, wie viel davon im Alltag ankommt.